Ajax Amsterdam und Julian Brandt: Das passt. Im vergangenen Sommer wechselte der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund zum niederländischen Renommierklub. Seine persönliche Bilanz kann sich sehen lassen, die des Vereins aber eher weniger.
Eine 1:2-Niederlage bei Hajduk Split entspricht nicht den Erwartungen von Fans und Verantwortlichen. Dabei zählt Ajax zu den Top-Favoriten in der Conference League. Der Auftakt misslang dem AFC jedoch gehörig. Auch Brandt vermochte die Schlappe in Kroatien nicht zu verhindern.
In die Kritik geriet vor allem Chef-Trainer Míchel (50), der erst seit Beginn dieser Saison im Amt ist. Ex-Liverpool-Coach Arne Slot (48) wird bereits als dessen Nachfolger gehandelt. Doch noch steht der Spanier, der Girona zunächst in die Champions League, anschließend aber auch in La Liga 2 führte, in der Verantwortung. Am vergangenen Sonntag durfte er nach der Partie beim FC Groningen endlich einmal wieder jubeln. Mit einem 5:2-Erfolg beendete seine Elf eine Serie von drei sieglosen Pflichtspielen.
In der Eredivisie liegt der 36-malige Meister jedoch weiterhin fünf Zähler hinter Spitzenreiter Feyenoord Rotterdam, das sich in einer spektakulären Begegnung mit 4:3 bei Abstiegskandidat Telstar Velsen durchsetzte.
„Der macht das überragend“
Brandt besaß großen Anteil am Erfolg in Groningen. Der frühere Dortmunder sorgte nicht nur für den Brustlöser zum 1:0, sondern auch für das zwischenzeitliche 3:1. Damit schraubte der 30-Jährige seine Ausbeute auf wettbewerbsübergreifend acht Treffer in 14 Spielen.
Die Leistungen Brandts beeindrucken selbst den kritischsten Beobachter. Ex-HSV-Profi Rafael van der Vaart (43) zeigte sich laut SPOX gegenüber der dpa restlos begeistert vom Neuzugang. „Der macht das überragend“, schwärmte der ehemalige Ajax-Star und legte direkt nach: „Der ist super. Der ist der beste Spieler von Ajax.“

Diese Lobeshymne kommt überraschend, denn vor kurzem klang van der Vaart noch ganz anders. Beim TV-Sender NOS hatte er den gebürtigen Bremer noch merklich kritischer beäugt. Zwar gestand er damals ein, bei Brandt handele es sich um „eine gute Verstärkung“, fügte jedoch hinzu: „Aber wir müssen nicht dankbar sein, dass er bei Ajax spielt. Brandt muss froh sein.“ Nach den jüngsten Gala-Auftritten des Mittelfeldspielers ist von dieser Skepsis allerdings nichts mehr übrig.
